Handelskalkulation

Die Handelskalkulation zeigt, wie sich aus dem Einkaufspreis eines Händlers Schritt für Schritt der Verkaufspreis ergibt. Sie wird typisch im Handel (Groß-/Einzelhandel) verwendet – also dort, wo Waren eingekauft und mit Aufschlag weiterverkauft werden.

Zuschlagskalkulation (Vorkalkulation)

Die Zuschlagskalkulation wird in der Produktion/Industrie eingesetzt. Sie berechnet die Selbstkosten eines selbst hergestellten Produkts, indem auf die direkten Kosten (Materialeinzelkosten, Fertigungseinzelkosten) prozentuale Gemeinkostenzuschläge aufgeschlagen werden. Sie erfolgt vor der Produktion (daher "Vorkalkulation"), um den nötigen Verkaufspreis zu ermitteln.
Schema der Handelskalkulation Treppenschema der Handelskalkulation vom Listeneinkaufspreis über Einstandspreis und Selbstkostenpreis bis zum Bruttoverkaufspreis. Listeneinkaufspreis – Rabatt Zieleinkaufspreis – Skonto Bareinkaufspreis + Bezugskosten Einstandspreis (Bezugspreis) + Handlungskosten Selbstkostenpreis + Gewinnzuschlag Barverkaufspreis + Skonto Zielverkaufspreis + Kundenrabatt Angebotspreis (netto) + Mehrwertsteuer Bruttoverkaufspreis Handelskalkulation: Ware wird eingekauft, nicht selbst hergestellt Zuschlagskalkulation: Produkt wird selbst gefertigt, Gemeinkosten als % auf Einzelkosten
Merksatz für die Prüfung: Handelskalkulation = "Ich kaufe fertige Ware ein und schlage einen Aufschlag drauf." Zuschlagskalkulation = "Ich stelle selbst her und muss meine Gemeinkosten anteilig auf jedes Produkt umlegen."
    1. Listeneinkaufspreis
        Der Preis aus der Preisliste des Lieferanten (z.B. 100€).
2. Rabatt
        Verhandlungsspielraum → Preisnachlass (z.B. 30€).
        → ergibt den Zieleinkaufspreis.
3. Skonto
        Preisnachlass für schnelle Zahlung (z.B. 2€).
        → ergibt den Bareinkaufspreis.
4. Bezugskosten
        Kosten, um die Ware zum eigenen Betrieb zu bringen (Transport etc.).
        → ergibt den Bezugspreis.
5. Handlungskosten
        Alle Gemeinkosten des Betriebs (Miete, Personal, Energie, Lager etc.).
        → ergeben die Selbstkosten (langfristige Preisuntergrenze).
6. Gewinnzuschlag
        Damit das Unternehmen profitabel arbeitet.
        → ergibt den Barverkaufspreis.
7. Skonto + Provision (Verkäuferprovision)
        Beides muss gleichzeitig auf denselben Basispreis aufgeschlagen werden.
        → ergibt den Zielverkaufspreis.
8. Rabatt für den Kunden
        Wird ebenfalls rückwärts kalkuliert (Dreisatz).
        → ergibt den Nettoverkaufspreis / Listenverkaufspreis.
9. Umsatzsteuer
        19 % auf den Nettoverkaufspreis.
        → ergibt den Bruttoverkaufspreis, den der Kunde tatsächlich zahlt.

Aufgabe 1 – Rabatt & Skonto

    Ein Händler kauft Ware für 1.000 € Listeneinkaufspreis.
Er erhält 20 % Rabatt und 2 % Skonto.
a) Berechne den Zieleinkaufspreis.
b) Berechne den Bareinkaufspreis.
Lösung:
a) Rabatt: 20 % von 1.000 € = 200 €
→ Zieleinkaufspreis = 800 €
b) Skonto: 2 % von 800 € = 16 €
→ Bareinkaufspreis = 784 €