Das Mehrliniensystem (auch Funktionsmeistersystem, nach Taylor/Fayol) ist ein Leitungssystem, bei dem eine untergeordnete Stelle Weisungen von mehreren Vorgesetzten erhält – im Gegensatz zum Einliniensystem, wo jeder nur einen Vorgesetzten hat.
So funktioniert es:
Jeder Vorgesetzte ist für ein bestimmtes Fachgebiet zuständig (z. B. Technik, Qualität, Personal) und erteilt in diesem Bereich direkt Weisungen an die untergeordneten Mitarbeiter – unabhängig von den anderen Fachbereichen.
Vorteile:
Höhere fachliche Spezialisierung der Vorgesetzten
Direkter, schneller Weg fachlicher Anweisungen ohne Umweg über einen "Generalisten"-Vorgesetzten
Nachteile:
Gefahr widersprüchlicher Anweisungen, wenn mehrere Vorgesetzte gleichzeitig unterschiedliche Prioritäten setzen
Für den Mitarbeiter kann unklar sein, wessen Anweisung Vorrang hat
Höherer Koordinationsaufwand zwischen den Vorgesetzten notwendig