Der wichtigste Unterschied zwischen Singlemode- und Multimode-Fasern liegt im Kerndurchmesser — und damit darin, wie viele "Wege" (Moden) das Licht durch die Faser nehmen kann.
Singlemode (SM)
Sehr dünner Kern (ca. 9 µm Durchmesser)
Das Licht kann sich nur auf einem einzigen, geraden Weg durch die Faser ausbreiten
Dadurch entsteht praktisch keine Signalverzerrung durch unterschiedliche Laufzeiten
Sehr große Reichweiten möglich (mehrere zehn Kilometer), typisch für Weitverkehrsstrecken und Backbone-Verbindungen
Benötigt in der Regel Laser-Lichtquellen – teurer in der Anschaffung, aber effizienter auf langen Strecken
Multimode (MM)
Deutlich dickerer Kern (ca. 50 µm oder 62,5 µm)
Das Licht kann sich auf mehreren Wegen gleichzeitig ausbreiten, mit unterschiedlichen Reflexionswinkeln an der Kern-Mantel-Grenze
Da die verschiedenen Wege unterschiedlich lang sind, kommen die Lichtimpulse zeitversetzt am Ende an → Modendispersion, die das Signal auf langen Strecken verwischt
Dadurch begrenzte Reichweite (typisch ca. 500 m bis wenige Kilometer, je nach Kategorie OM1–OM5)
Nutzt meist günstigere LED- oder VCSEL-Lichtquellen – kostengünstiger, üblich in Gebäuden/Rechenzentren auf kurzen Strecken