```html id="aequivalenzklassen_testen" Äquivalenzklassen im Testen

Äquivalenzklassen im Softwaretest

Äquivalenzklassen sind ein Testverfahren, mit dem Eingabedaten in Gruppen eingeteilt werden, die sich ähnlich verhalten.

Definition

Eine Äquivalenzklasse ist eine Gruppe von Eingabewerten, die vom System gleich behandelt werden. Statt alle Werte zu testen, wird nur ein repräsentativer Wert pro Klasse geprüft.

Ziel

Ziel ist es, die Anzahl der Testfälle zu reduzieren, ohne die Testabdeckung zu verringern.

Arten von Äquivalenzklassen

Typ Beschreibung Beispiel (Alter 18–65)
Gültige Äquivalenzklasse Erlaubte Werte 18–65
Ungültige Äquivalenzklasse Nicht erlaubte Werte <18 oder >65

Beispiel

Eingabe: Alter eines Benutzers (1–100)

Äquivalenzklassen:
- gültig: 1–100
- ungültig: <1
- ungültig: >100

Testfälle:
- 25 (repräsentiert gültige Klasse)
- 0 (ungültig)
- 120 (ungültig)

Vorteile

Zusammenhang mit Extremwerten

Äquivalenzklassen werden oft mit Grenzwertanalysen kombiniert, um zusätzlich Randfehler zu finden.
Merksatz für die FISI-Prüfung:

Äquivalenzklassen teilen Eingaben in Gruppen mit gleichem Verhalten ein. Aus jeder Gruppe wird nur ein repräsentativer Testfall ausgewählt.

Typische Prüfungsantwort

Äquivalenzklassen werden genutzt, um Eingabewerte in Gruppen einzuteilen, die sich gleich verhalten. Aus jeder gültigen und ungültigen Klasse wird ein repräsentativer Testfall ausgewählt, um die Anzahl der Tests zu reduzieren und dennoch eine gute Testabdeckung zu erreichen.
        # Äquivalenzklassenanalyse

    Die Idee dahinter ist simpel: **Eingaben, die sich gleich verhalten, müssen nicht alle einzeln getestet werden** – eine pro Gruppe reicht.

    ## Analogie

    Stell dir vor, du testest eine Türe mit Altersabfrage: „Zutritt nur ab 18 Jahren."

    Du musst nicht jedes Alter von 1–100 testen. Es gibt nur drei relevante Gruppen:

    | Gruppe                    | Beispielwerte         | Erwartetes Ergebnis |
    |---|---|---|
    | Zu jung                   | 0, 5, 12, 17          | ❌ Kein Zutritt |
    | Genau die Grenze          | 18                    | ✅ Zutritt |
    | Alt genug                 | 19, 25, 99            | ✅ Zutritt |

    Aus jeder Gruppe testest du **einen** repräsentativen Wert – fertig.

    ---

    ## Die zwei Typen von Klassen

    **Gültige Äquivalenzklassen (GÄK)** – Eingaben, die das System akzeptieren soll.
    **Ungültige Äquivalenzklassen (UÄK)** – Eingaben, die das System ablehnen soll.

    ---

    ## Konkretes Beispiel: Passwortlänge 8–20 Zeichen

    ```
    Eingabebereich: Passwortlänge
    Regel: Mindestens 8, maximal 20 Zeichen
    ```

    | Klasse | Bereich      | Typ     | Testwert |
    |---|---|---|---|
    | ÄK1 | < 8 Zeichen     | UÄK ❌ | 5 Zeichen |
    | ÄK2 | 8–20 Zeichen    | GÄK ✅ | 12 Zeichen |
    | ÄK3 | > 20 Zeichen    | UÄK ❌ | 25 Zeichen |

    → **3 Testfälle** statt 100+

    ---

    ## Kombination mit Grenzwertanalyse

    Oft kombiniert man Äquivalenzklassen mit **Grenzwerten** (die Ränder sind fehleranfälliger):

    Statt nur „12 Zeichen" testet man zusätzlich: **7, 8, 20, 21** – direkt an den Grenzen.

    ---

    ## Warum das wichtig ist

    - Spart Zeit und Ressourcen beim Testen
    - Systematisch statt zufällig
    - Prüfungsrelevant für die Abschlussprüfung Fachinformatiker 🎯

    Willst du ein weiteres Beispiel durchgehen, z. B. mit mehreren Eingabefeldern gleichzeitig?
    
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