4 Prüfung (Analyse und Entwicklung von Netzwerken) (2 teil)

Netzwerkplan

Aktuell erfolgt sämtliches Routing im Netzwerk der LogoLogistics GmbH auf Basis von statischem Routing. Der Aufbau des Netzwerks ist hierbei wie folgt:

Aufgabe 1 von 4 Aufgabe (25 Punkte) -Einführung eines dynamischen Routing-Protokolls
a) Zur Unterstützung bei der Ursachenforschung bei einer Störung im Netzwerk der LogoLogistics werden Sie in Ihrer Rolle als Dienstleister hinzugezogen. Der erste Verdacht deutet auf Fehler im Routing beim Internet Service Provider (ISP) hin. Ein Auszug der Routing-Tabelle liegt Ihnen vor:
Netz-ID CIDR Next-Hop (Interface)
10.10.1.0 255.255.0.0 IF1
10.10.2.0 255.255.0.0 IF2
10.10.3.0 255.255.224.0 IF3
192.168.0.0 255.255.225.252 IF1
192.168.1.0 255.255.225.252 IF2
192.168.2.0 255.255.255.252 IF3
192.168.3.0 255.255.255.252 IF2
192.168.4.0 255.255.255.252 IF3
0.0.0.0 0.0.0.0 IF1
aa) Nennen Sie die 2 fehlerhaften Einträge sowie die notwendigen Korrekturen. (3 Punkte)
ab) Um diese Art von Fehler zukünftig zu vermeiden, wird die Einführung eines dynamischen Routing- Protokolls an allen Standorten in Erwägung gezogen.

Beschreiben Sie 2 Vorteile, die dynamische Routing-Protokolle gegenüber der statischen Konfigu- ration bieten. Erklären Sie, welchen Aspekt es bei der Auswahl in Bezug auf die Verbindung zum ISP zwingend zu beachten gilt. (6 Punkte)
b) ba) Sie planen mit den Kunden gemeinsam die nächsten Schritte und beginnen mit der Abwägung des zu implementierenden Routing-Protokolls. Dabei stoßen Sie in der Diskussion mit dem Kunden unter anderem auf die 2 Begriffe „Link-Sate“ und „Distanz-Vektor“.
Erläutern Sie den grundlegenden Unterschied zwischen diesen beiden Routing-Ansätzen und geben Sie eine begründete Empfehlung für den geplanten Einsatz im Netzwerk der LogoLogistics GmbH. (4 Punkte)
bb) Ordnen Sie folgende Begriffe/Eigenschaften dem richtigen Routing-Protokoll zu. (3 Punkte)
bc) Der Kunde entscheidet sich bei einem ersten Test für den Einsatz eines Distanz-Vektor-Protokolls. Der Kunde fragt, über welchen Mechanismus diese Protokolle den Weg zum Ziel bestimmen und wel- che Limitierung daraus entstehen könnte.

Erklären Sie die Funktionsweise des Distanz-Vektor-Protokolls und beschreiben Sie ein mögliches Problem. (4 Punkte)
c) Im Rahmen von ersten Test-Implementierungen eines dynamischen Routing-Protokolls wurde nachfolgender Netzwerktrace aufgezeichnet:
ca) Nennen Sie das Protokoll und geben Sie an, welche Aufgabe die hier aufgezeichneten Pakete erfüllen. (2 Punkte)
cb) Erläutern Sie den Typ der Zieladresse und welche Vorteile durch diese Kommunikationsart entstehen. (2 Punkte)
Aufgabe 2 von 4 Aufgabe (25 Punkte) - Konfiguration von DNSSEC
a) Zur Verbesserung der Verfügbarkeit der DNS-Infrastruktur, soll in der Zentrale in Berlin ein neuer DNS- Server installiert werden. Sie unterstützen bei der Planung und Durchführung des neuen Systems.

Erläutern Sie in diesem Zusammenhang die nachfolgenden Begriffe:
aa) DNS-Zone (2 Punkte)
ab) Zonentransfer(2 Punkte)
ac) Root-Server (2 Punkte)
b) Der Endkunde erwähnt im Rahmen der Planungen den Begriff DNSSEC.
ba) Erläutern Sie die grundlegende Funktionsweise von DNSSEC und bewerten Sie den Mehrwert in Bezug auf die Erhöhung der Sicherheit. (4 Punkte)
bb) Nennen Sie die beiden IT-Schutzziele denen DNSSEC Rechnung trägt und geben Sie ein Beispiel für ein Angriffsmuster an, das durch DNSSEC verhindert werden kann. (3 Punkte)
bc) Der Kunde bittet Sie zur Veranschaulichung um eine grafische Darstellung einer Abfrage unter Verwendung von DNSSEC. Vervollständigen Sie die nachfolgende Grafik mit den korrekten Begriffen: (4 Punkte)
c) Die DNS-Zone „logologistics.de“ umfasst 500 Einträge, einschließlich A-Records, MX-Records und anderen relevanten DNS-Einträgen. Derzeit beträgt die durchschnittliche Größe der DNS-Antwort ohne DNSSEC 600 Bytes pro Antwort.

Mit der Implementierung von DNSSEC werden zusätzliche DNSSEC-spezifische Records zu jeder DNS- Antwort hinzugefügt. Der zusätzliche Overhead durch DNSSEC beträgt 800 Bytes pro Antwort.
ca) Errechnen Sie die Gesamtgröße der Zone beim Einsatz von DNSSEC in KB. (2 Punkte)
cb) Bewerten Sie den Einfluss der erhöhten Antwortgröße auf die Bandbreite, die pro Quartal entsteht, wenn das Unternehmen durchschnittlich 10.000 DNS-Abfragen pro Tag erhält.

Geben Sie die Antwort in MiB an. (3 Punkte)
cc) Nehmen Sie begründet Stellung zum technischen Zusammenhang zwischen DNSSEC und der gleichzeitig einhergehenden Erhöhung des Risikos von erfolgreichen Denial-of-Service Attacken. (3 Punkte)
Aufgabe 3 von 4 Aufgabe (25 Punkte) - Erweiterung der VOIP-Infrastruktur
a) Die Außenstellen sollen im Rahmen einer technischen Modernisierung ebenfalls mit VolP ausgestattet werden.
aa) Erläutern Sie die grundlegende Funktionsweise von VolP. (2 Punkte)
ab) Nennen Sie je ein Protokoll für die Signalisierung als auch die konkrete Übertragung von Audiodaten. (2 Punkte)
ac) Erläutern Sie den Begriff „Codec“. (2 Punkte)
ad) Am Standort in Düsseldorf befindet sich das Callcenter der LogoLogistics GmbH. Hier sollen 50 Arbeitsplätze mit VolP ausgestattet werden. Um Kunden die bestmögliche Sprachqualität zu garantie ren, soll der Codec G.711 eingesetzt werden (100 kBit/s).

Berechnen Sie die resultierende Bandbreitenanforderung, bei der Annahme, dass 75 % der Callcen- ter-Agenten gleichzeitig telefonieren und der Protokolloverhead 10 % beträgt.

Geben Sie das Ergebnis in Mbit/s an. (4 Punkte)
b) Sie befassen sich in diesem Zusammenhang verstärkt mit dem Themenfeld „Quality of Service“.
ba) Erklären Sie die Bedeutung von Quality of Service im Kontext von VolP. (2 Punkte)
bb) Beschreiben Sie kurz die nachfolgenden 3 Einflussfaktoren auf die Qualität eines VolP-Telefonats:
(3 Punkte)
bc) Der Kunde spricht Sie auf DSCP an, um Quality of Service für VolP zu implementieren. Erläutern Sie den Begriff DSCP und nennen Sie den OSI-Layer, auf dem dieser Mechanismus implementiert ist. (3 Punkte)
bd) Kreisen Sie in untenstehender Abbildung das Feld ein, in dem die DSCP-Information transportiert wird und geben Sie die maximale Anzahl an möglichen Prioritäts-Tags an.(2 Punkte)

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/IP-Paket#IP-Header

Datum des Abrufs:15.04.2024

c) Sie befassen sich im Rahmen der Implementierung Näher mit dem Session Initiation Protokoll (SIP). In RFC3261 ist hierzu folgender Absatz zu finden:

"SIP is an application-layer control protocol that can establish, modify, and terminate multimedia sessions (conferences) such as Internet telephony calls. SIP can also invite participants to already existing sessions, such as multicast conferences. Media can be added to (and removed from) an existing session. SIP transparently supports name mapping and redirection services, which supports personal mobility - users can maintain a single externally visible identifier regardless of their network location."

Quelle: https://www.rfc-editor.org/rfc/rfc3261#section-26.2.2

Datum des Abrufs:15.04.2024

ca) Nennen Sie die 3 grundlegenden Operationen, die durch das Session Initiation Protokoll (SIP) durchgeführt bzw. gesteuert werden. (3 Punkte)
cb) Erklären Sie, welche Funktion „Personal Mobility“ zur Verfügung stellt. (2 Punkte)
Aufgabe 4 von 4 Aufgabe (25 Punkte) - Planung einer DMZ mit Sicherheitsfunktionen
Zur Verbesserung der Gesamtsicherheit des Netzwerks möchte die LogoLogistics eine neue DMZ implementieren, in der zukünftig verschiedene Anwendungen und Plattformen bereitgestellt werden.
Hierbei erarbeiten Sie gemeinsam mit dem Kunden im ersten Schritt ein Konzept für das zukünftige Firewall-Design.
a) Zeichen Sie den grundlegenden Aufbau einer DMZ.

Hinweis: Diese Zeichnung braucht sich nicht auf die Ausgangssituation beziehen. (3 Punkte)
b) Der Kunde erwartet, dass die zu planenden Firewalls eine SPI-Funktion unterstützen.
ba) Erläutern Sie das grundlegende Prinzip einer SPI-Firewall. (2 Punkte)
bb) Für die weitere Planung werden die in der DMZ notwendigen Protokolle erfasst und zusammengetragen. Ergänzen Sie nachfolgende Tabelle mit den fehlenden Informationen. (6 Punkte)
Protokoll Port Aufgabe
HTTPS Verschlüsselte Übertragung von Webinhalten
Unverschlüsselte Übertragung von Webinhalten
SFTP
53/UDP
Versand von E‑Mails (verschlüsselt)
993/TCP
c) Der Kunde möchte auf der Firewall zusätzliche eine Anti-Malware Funktion vorsehen, um Netzwerkverkehr im Payload zu analysieren.
ca) Erläutern Sie, warum diese Funktion bei verschlüsselten Verbindungen nicht ohne zusätzliche Konfigurationsänderungen anwendbar ist, und nennen Sie einen passenden Lösungsansatz. (3 Punkte)
cb) Neben einer Signatur-gestützten Analyse, ermöglicht die vom Kunden angesprochene FW-Lösung zusätzlich eine sog. „Sandbox-Funktion“. Erklären Sie die Funktionsweise der Sandbox-Funktion. (2 Punkte)
d) Für die weitere Vorbereitung hat der Kunde in einer SW-basierten Firewall ein Beispielregelwerk zu formulieren.
da) Prüfen Sie die Konfiguration und korrigieren Sie die fehlerhaften Regeln in untenstehender Tabelle. (5 Punkte)

Hinweis: Es müssen/sollen keine FW-Regeln zusätzlich erstellt werden.

db) dc ) Nennen Sie 2 Kommandozeilentools, mit denen Sie prüfen können, ob eine bestimmte Verbindung durch eine Firewall blockiert wird. (2 Punkte)